Cybermobbing

Cybermobbing 

Alle Finger flogen in die Höhe bei der Frage „Wer von euch ist im Klassenchat?“ Hier setzte das Medientraining von Jörg Kabierske an: In Workshops erarbeitete der Referent von klicksalat.de mit den Schülerinnen der 5. und 6. Jahrgangsstufe einen Leitfaden zum Thema Cybermobbing und Privatsphäre.

 

Ergänzend dazu konnten sich die Eltern in einem Vortrag über die Gefahren, denen ihre Kinder im Internet ausgesetzt sind, informieren. In enger Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat hatte die Schulleitung die Veranstaltungen zu diesem aktuellen Thema organisiert.
Kommunikationsforen wie Whatsapp sind auf dem Vormarsch, man kann ganz einfach viele Personen erreichen und über aktuelle Geschehnisse informieren. Aus dem Leben der Schüler bereits ab der 5. Klasse sind sie nicht mehr wegzudenken. Doch neben all den Vorteilen sieht die Schule auch die nicht unerheblichen Gefahren, die sich bei unbedachter Nutzung für die Kinder ergeben können.

Ausgehend von grundsätzlichen Fragen zur Privatsphäre, zur Sicherheit im Netz und zu den ganz konkreten körperlichen Gefahren bei intensiver Handynutzung zeigte Jörg Kabierske an vielen schülernahen Beispielen, wie man sein Kommunikationsverhalten optimieren kann, damit nicht privat gedachte Chats oder peinliche Fotos ungewollt in der virtuellen Öffentlichkeit landen. Sehr deutlich wies der Medientrainer die Schülerinnen auch immer wieder darauf hin, dass sich strafbar macht, wer Daten anderer ins Internet stellt.

Mobbing für die einen, Spaß für die anderen

In intensiven Gruppenphasen setzten sich die Mädchen dann mit der Problematik Cybermobbing auseinander. „Cybermobbing ist, wenn Menschen andere Menschen über das Internet fertigmachen und der Betroffene darunter leidet.“ So lautete die von den Schülerinnen selbst erarbeitete Definition. Erscheinungsformen wie Bloßstellen oder Ausgrenzen wurden erläutert, dabei sollten die Kinder erkennen, dass jeder Mensch ganz unterschiedliches „Schmerzempfinden“ hinsichtlich Mobbing hat, dass die Gefühle des anderen als Maßstab gelten müssen und rechtfertigende Aussagen wie „Das war doch gar nicht ernst gemeint!“ nicht akzeptabel sind.

„Wenn ihr euch im Klassenchat austauscht, kommt immer nur der geschriebene Teil der Botschaft beim Empfänger an. Dieser kann nicht einordnen, wie die Aussage eigentlich gemeint war, Missverständnisse sind an der Tagesordnung!“, warnte Kabierske die Mädchen. Nichts könne das echte Gespräch ersetzen, so der Referent weiter. Dabei seien Verhaltensregeln für einen respektvollen Umgang miteinander unabdingbar. Sie sollen in den jeweiligen Klassen in Form eines „Vertrags“ anschließend festgeschrieben werden.

Eltern müssen Bescheid wissen

Am Abend sprach Kabierske vor zahlreichen Eltern und Lehrkräften über die Schlüsselrolle des Elternhauses bei der Medienbildung der Kinder. Als Vater zweier Kinder im Schulalter selbst oft „leidgeprüft“, gab er neben wertvollen Informationen zum Thema Jugendschutz in den Sozialen Medien. Hierbei betonte der Referent die Aufgabe der Eltern, sich in die Materie einzuarbeiten und die Kinder auf keinen Fall im Netz allein zu lassen.

Daneben lieferte er hilfreiche Tipps zum Zeitmanagement: „Vereinbaren Sie bildschirmfreie Zeiten mit Ihren Kindern!“ Natürlich sei die intensive Mediennutzung nicht aufzuhalten, aber man könne doch das Freizeitverhalten im „echten Leben“ entsprechend steuern, dass Surfen oder Chatten von den Kindern als gar nicht mehr so wichtig erachtet werden. Wissen über Medien und Wertevermittlung – beide Komponenten gehören zusammen, damit die Erziehung unserer Kinder in der heutigen Zeit gelingen kann, so das Fazit Veranstaltungen an der Nardini-Realschule.