Fairtrade-Schule

Auf dem Weg zur Fairtrade Schule

„Ab jetzt kaufe ich Fairtrade-Schokolade!“ Solche und ähnliche Äußerungen konnte man von vielen Schülerinnen hören, als am letzten Mittwoch an der Nardini-Realschule der Projekttag „Fairtrade“ zu Ende ging.


Die gesamte Schule war auf den Beinen, in neun Workshops konnten die Schülerinnen die unterschiedlichen Facetten des fairen Handels kennen lernen.
Die Aktion, zu der Referenten von Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. an die Schule kamen, ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur „Fairtrade-School“. Sich aktiv für eine bessere Welt einsetzen und Verantwortung übernehmen – das hat sich das ehrgeizige Organisationsteam der Nardini-Realschule auf die Fahnen geschrieben. In der Abschlussveranstaltung staunten die Referenten über das positive Feedback und die guten Vorsätze, die die Schülerinnen vorbrachten.

Geboren wurde die Idee in der AG „Schülerfirma“ unter der Leitung von Michaela Sturm. Mit Isabella Holmer und Heinz Schmid betreut sie den Bewerbungsprozess der Schule; gemeinsam mit den Schülerinnen wurden bereits etliche Kriterien, die zur Erlangung des Labels „Fairtrade-School“ benötigt werden, umgesetzt: Verkauf fair gehandelter Waren im Schülerladen und Unterrichtssequenzen zum Thema in unterschiedlichen Klassenstufen. Mit dem Projekttag nun sollte der Fairtrade-Gedanke in der gesamten Schulfamilie Fuß fassen.

In den neun Workshops beschäftigten sich die Schülerinnen mit der komplexen Thematik; dabei erfuhren sie nicht nur, wie groß ihr eigener „ökologischer Fußabdruck“ ist, sondern auch wie es z.B. um die globale Gerechtigkeit steht. Dass manche Länder von vornherein schlechte Startbedingungen haben, dass der Lohnanteil bei Waren aus der 3. Welt verschwindend gering ist oder dass Bauern einfach von ihrem Boden vertrieben werden, zeigten die Referenten anhand von eindrucksvollem Anschauungsmaterial und Spielen. Welches Schicksal oft Flüchtlinge erleiden müssen, kam in einem Film zum Ausdruck.

Am besten gefielen den Schülerinnen die Workshops, in denen sie selbst aktiv werden konnten. Viele Produkte des täglichen Lebens werden in Kinderarbeit hergestellt, denn Kinder arbeiten für wenig Geld und haben kleine, geschickte Hände, mit denen sie z.B. in Pakistan einen Fußball für nur 50 Cent zusammennähen, der bei uns 35 Euro kostet. Die Nardini-Schülerinnen durften selbst ganz konkret nachempfinden, wie sich das anfühlt. „Das ist total anstrengend, da tun mir die Finger weh!“, meinte ein Mädchen bereits nach ein paar Stichen. Die Kinder in der pakistanischen Fabrik müssen das aber 12 Stunden am Tag machen!

Wo man welche fair gehandelten Waren kaufen kann, auch darüber gaben die Referenten gerne Auskunft. In diesem Zusammenhang erklärten sie die Vorteile des saisonalen und regionalen Einkaufens; so sei es nicht sinnvoll, „bio“ zu kaufen, wenn das Produkt dafür um die halbe Welt transportiert werden muss.
Zum fairen Handel gehört auch das Thema Nachhaltigkeit: Ein Workshop beschäftigte sich mit dem Recycling der Rohstoffe aus gebrauchten, nicht mehr verwendeten Handys. „Da können bestimmt alle mitmachen!“, zeigte sich ein Mädchen überzeugt. Damit dies auch wirklich von den Schülerinnen beherzigt wird, ließen die Referenten eine besondere Recyclingbox für Mobiltelefone an der Schule.

Zum Ende der Veranstaltung, als alle sich im Franziskussaal zum großen Feedback versammelten, konnten die Referenten den Schülerinnen nur höchstes Lob aussprechen und feststellen, dass sie viel aus den Workshops mitgenommen haben. Die Mädchen formulierten aber auch klar, zu welchen Themen sie noch mehr erfahren wollen: Infobedarf besteht weiterhin bei der Ernährung und der Umweltverschmutzung im Zusammenhang mit der Produktion von Nahrungsmitteln und Textilien.
Die Schule wird sicherlich auf ihrem Weg zur „Fairtrade-School“ weitere Veranstaltungen zu dem umfangreichen Themenkomplex anbieten. Das riesige, in Gemeinschaftsarbeit gefertigte Banner, auf das alle Schülerinnen ihre Eindrücke zum Thema Fairtrade geschrieben haben, kann bis dahin immer wieder daran erinnern. Fairer Lohn! Stoppt Kinderarbeit! und vieles mehr steht da zu lesen. Die Schülerinnen haben sich vorgenommen, ihren Beitrag zu leisten ….